Wellenstill und Lichtgeflecht
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„Wellenstill und Lichtgeflecht“
Photographische Fragmente
aus dem Arzberger Gsteinigt
- Keine dokumentarische Abbildung, dafür Projektionsfläche für innere Zustände und existenzielle Fragen.
- Drei Serien: Winter, Carmen Arborum und
Symbiosis:
Minimalismus trifft auf Komplexität. - Winter
- Prinzip des High-Key, der hellen Bildstimmung, und des negativen Raums.
- Das Zuviel an Weiß wirkt wie eine visuelle Stille.
- Die Aufnahmen dieser Serie bestechen durch eine radikale minimalistische Ästhetik.
- Diese Serie fordert den Betrachter zur Stille auf und thematisiert die philosophische Dimension der Leere sowie die fragile Resilienz der Natur.
- Winter erinnert an das fernöstliche Konzept des Ma, also der Leere, die Raum für Bedeutung schafft.
- Es geht um die Essenz des Seins im Moment des Stillstands.
- Winter repräsentiert Klarheit, Katharsis und die Suche nach Struktur in einer reizüberfluteten Welt.
Carmen Arborum - Lied der Bäume
- Carmen Arborum löst über melancholisch-poetische Landschaftsausschnitte die gewohnte Realität des Gsteinigts auf.
- In Carmen Arborum verschmelzen in dschungelartiger Allover-Struktur in Geäst und Stämme zu einer dichten visuellen Textur, in der Raum und Zeit stillzustehen scheinen.
- Carmen Arborum ist temporäres Klagelied und zeitloses Hohelied zugleich: Die entsättigten, tiefen Grüntöne naturbelassener und gefällter Äste arrangieren die ungezähmte Urkraft der Natur und besingen gleichzeitig deren Vergänglichkeit.
- Projektionsfläche für das Leben: Das dichte Geflecht wird zum Spiegelbild existenzieller Fragen und innerer Zustände:
- Ein Ausdruck von Werden und Vergehen.
- Symbiosis
- bricht mit der zentralperspektivischen Realität.
- Durch die Schichtung von Ebenen entsteht eine Abstraktion, die jegliche zeitliche Einordnung aufhebt.
- Die dunkle Tonalität betont die Textur und Tiefe des Gesteins und des Wassers.
- Symbiosis thematisiert die Simultanität, indem Vergangenes, Gegenwärtiges oder verschiedene Bewegungsphasen, etwa die des Wassers Symbiosis spricht das Unbewusste an.
- Die dunklen Stimmungen und Abstraktionen rühren an archetypische Ängste und das Mysteriöse. Es ist eine Auseinandersetzung mit dem Schattenhaften und der Vielschichtigkeit der eigenen Psyche.
- In der Doppelbelichtung verschmelzen verschiedene Momente zu einer
neuen Wirklichkeit – ein neues visuelles Konstrukt entsteht.
- Nürnberger spielt mit dem Dualismus von Reduktion und Verdichtung.
- Die Photographien untersuchen das Verhältnis des Menschen zu seiner Heimat.
- Weg von der touristischen Postkarte hin zur emotionalen Verortung.